Workflows für LATEX

Mittlerweile ist es kein Geheimnis mehr, dass LaTeX ein hervorragendes Werkzeug für die Erstellung von strukturierten Texten ist. Viele Studenten, unter anderem ich selbst, haben schon ihre Diplomarbeit (Thesis) mit LaTeX angefertigt und sind begeistert. Prinzipiell kann sich der Student vollends auf das Schreiben konzentrieren. Das eigentliche Layout kann er bis zu Letzt hinausgezögert, ohne Mehraufwand zu befürchten.

Obwohl LaTeX mächtig ist, kann der Einstieg sehr frustrierend sein. Das habe ich vor einem Jahr selbst festgestellt. Die Optionsvielfalt und die angebotenen Pakete haben mich damals erschlagen, ich wußte nicht wo ich anfangen sollte. Manchmal muss es schnell und einfach gehen, ohne langes Einlesen. Learning-by-Doing ist das Stichwort. Wichtig sind hierbei eine gute Vorlage und ein vordefinierter Workflow. Der Anfänger möchte sich nicht mit dem Evaluieren von verschiedenen Programmen auseinandersetzen. Er möchte alles Schrittweise nacheinander installieren und ein wenig herumexperimentieren. Dann muss er sich voll und ganz auf seine Arbeit konzentrieren.

Das Buch „Form der wissenschaftlichen Ausarbeitung“ von Tilo Gockel liefert genau diese beiden Komponenten. Der Leser kann sich die Vorlage, die im Buch besprochen wird, kostenlos herunterladen. Das 145-seitige Buch, reißt viele wichtige Aspekte des wissenschaftlichen Arbeitens an, ohne dabei in die Tiefe zu gehen. Die wichtigen Informationen befinden sich auf nur 50 Seiten und beschreiben die benötigte Software und deren Einsatz.

Wer eine Einleitung in LaTeX sucht, ist mit diesem Buch falsch beraten. Außer den Kommentaren  in den heruntergeladenen Dateien wird einem nichts über den Umgang mit LaTeX als solches erklärt, es wird sogar vorrausgesetzt. Doch das ist nicht schlecht, denn dafür gibt es schon gute Bücher. Zum Beispiel den LaTeX Begleiter,

Ich empfehle für komplette Neueinsteiger sich zunächst mit LaTeX auseinanderzusetzen, um anschließend in „Form der wissenschaftlichen Ausarbeitung“ einzutauchen.

Obwohl ich grundsätzlich zufrieden bin, habe ich noch einige Kritikpunkte.

  • Das Buch beschreibt alle Workflows für Windows. Es wird ständig beschrieben, dass sich alles unter Mac OS und Linux analog verhält. Das sehe ich nicht so.
  • Beim wichtigsten Programm im Workflow handelt es sich um Adobe Acrobat Professional, welches kostenpflichtig und teuer ist. Viele Universitäten haben jedoch vorinstallierte Versionen, die die Studenten nutzen können.
  • Obwohl gute Anregungen und Verweise auf weiterführende Lektüre angeboten werden, erwähnt der Autor Wikipedia als Quelle ein wenig zu häufig. Es mag richtig sein, wirkt aber unprofessionell.
  • Einige Ausführungen gehen mir zu weit ins Detail. Feinheiten wie Ligaturen sind für eine Diplomarbeit einfach irrelevant. Solche Dinge werden erst beim professionellen Publizieren wichtig.

Fazit

Das Buch ist gut um einen unkomplizierten Start in LaTeX zu erhalten, vor allem die Vorlage ist hervorragend. Eventuell sollte man sich das Buch jedoch besser ausleihen, vor allem wenn man schon in der Staatsbibliothek ist und die Vorlage kostenlos herunterladen. Die wichtigsten Informationen sind auf wenigen Seiten zusammengefasst und ein paar Notizen ersparen einem die 15 Euro. Lesenswert ist es allemal.

Notizen

Hier sind einige meiner Notizen aus dem Buch.

Software

  • LaTeX: MiKTeX
  • Editor: TeXnic Center
  • Formeleditor: TeXaide
  • PDF: Adobe Acrobat Professional (für PDF drucken und zurechtschneiden)
  • Bildbearbeitung: Gimp oder Photoshop
  • Vektorgrafik: Visio, CorelDraw
  • Plotter: Gnuplot
  • Pretty Print für Sourcecode: a2ps
  • BibTeX: JabRef

Benutzung

  • Adobe Acrobat Professional
    • Alle Programme die drucken können -> PDF
    • Werkzeuge -> Erweiterte Bearbeitung -> Beschneigungswerkzeug
    • Erweitert -> Preflight
  • TeXnic Center
    • MicTeX verwenden: C:\Program Files (x86)\MiKTeX 2.8\miktex\bin
    • Ausgabeprofile definieren
      • LATEX -> PDF kopieren und in Texify -> PDF umbennen
      • Pfad Compiler: C:\Program Files (x86)\MiKTeX 2.8\miktex\bin\texify.exe
      • Argumente Compiler: “%pm” –pdf –mkidx-option=”-s main.ist”

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